12.09.2014

Spätsommer in Kew Garden

Am Dienstag bin ich mit dem Fahrrad die Thames entlang Richtung London bis zum Royal Botanic Garden, dem Kew Gardens, gefahren. Ca. 30 Min. habe ich gebraucht, aber die Strecke ist echt schön.
Der erste Einblick auf den Garten vom Weg aus, war auf eine große Wiese mit vielen Bänken Richtung Thames ausgerichtet, umgeben von großen alten Bäumen. Am Brentford Gate ist gleich ein Fahrradständer und an der Kasse gab es keine Warteschlange so dass ich ungehindert losgehen konnte.


Von der Größe der Bäume, der großzügigen Rasenflächen und dazwischen den farbenprächtigen Blumenbeeten war ich gleich beeindruckt. Gebannt durch die Schönheit bin ich dann 3,5 Stunden durch den Park, Kew Palace, den Küchengarten und das Princes of Wales Conservatory flaniert. Und das ist erst ein kleiner Teil, also noch viele Möglichkeiten meine Jahreskarte einzusetzen.

ein großer Gingko

Der Rückweg wird noch zum Abenteuer. Beschwingt von den Eindrücken radel ich wieder zurück. Bei einem Blick auf den Wasserstand und meine Uhr wird wird mir klar, dass es die gleiche Zeit ist wie gestern, als ich mit Sabine im White Cross gesessen habe und jetzt da lang fahren wollte, wo gestern kein Auto mehr fuhr. Also der Umweg durch die Stadt und dann weiter am Ufer entlang, ups, hinter der einen Kurve ist aber doch reichlich Wasser was da über das Ufer gekommen. An der Weide bei den Kühen, die hinter einer Mauer sind, wird es am Ufer so tief, dass ich auf einmal doch nasse Füße bekommen habe und barfuß weiter gefahren bin über Petersham und an der Deutschen Schule vorbei. Das war auch eine schöne neue Strecke.


Mein erster Besuch

Ich war wieder mit Simone laufen und wieder die Strecke Richtung Kingston, mit der durchkommenden Sonne über der Thames; etwas gutes für die Seele. Die ersten Kastanien fallen von den Bäumen, die Blätter fangen an sich zu färben, morgens wird es schon etwas kühler, es wird eindeutig Herbst.

Dann ist es so weit, ich fahre mit den Cabrio, offen  versteht sich, nach Richmond um Sabine und Ihre Tochter abzuholen. Die sind seit Freitag in London und haben von dem Großstadtrummel erst mal genug und freuen sich auf ein ruhiges Plätzchen zum Lunch und Plausch.
Es klappt perfekt, auf dem Pickup Feld bekomme ich einen Platz, so dass wir die Koffer ohne Probleme einladen können. Wir stellen das Auto, nach einer Runde durch die Stadt, im Parkhaus ab und gehen zur Thames ins White Cross.
Wir bekommen sogar einen Platz am Außenrand, eine Art Bar mit Blick auf die Thames und das Richmond Ufer, in der Sonne.

Das tut gut, mal wieder etwas Vertrautes. Da kommt tatsächlich Entspannung auf, wir plaudern, essen lecker, genießen den Ausblick und sitzen dabei in der Sonne. So vergeht die Zeit schnell, bis Sabine wieder zur Bahn muss um zum Flughafen zu kommen.
Während wir da so sitzen kommt die Flut und da heute Vollmond ist, wird sie besonders hoch, weil Sonne und Mond in einer Linie sind, die Anziehungskraft besonders stark ist. Das hat uns Luise, Sabines Tochter erklärt. Das Wasser kommt fast bis in den Hof von dem Pub. Auf der Straße davor kann schon kein Auto mehr fahren, einige Fußgänger drehen um, andere ziehen die Schuhe aus und laufen barfuß weiter.

Alltag und doch alles neu


Auch ein Einkauf zieht sich. Bei Sainsburys gibt es kein Parkschein wenn man auf den Parkplatz fährt sondern ein elektronisches System registriert das Kennzeichen und die Uhrzeit.
Dann durch den großen  Supermarkt, der dafür so fast alles hat, was ich suche. Und da ist es auch wieder wie in jedem neuen Supermarkt, d.h. ich muss auch hier suchen, nur das die noch so viele ungewohnte Verpackungen und auch Lebensmittel haben, die für uns komplett neu sind. Viele probieren wir ja aus, mal "oh lecker" und dann wieder "das entspricht nicht so unserem Geschmack". Coleslaw schmeckt meistens, hat nur unterschiedlich viel Zusatzstoffe drin, also wie bei uns auch: Muss man erst lesen bevor man etwas kauft. Auch dabei geht wieder viel Zeit drauf. Doch so ein paar Sachen sind schon klasse, die Indischen Soßengrundlagen, gibt es neuerdings bei uns oft und sind auch wirklich lecker, Anton liebt "Butter-Chicken"  und Baked Beans auf Toast, Macaroni mit Käse aus der Dose. Es gibt sogar frischen Fisch, das Angebot ist nicht mit der Metro zu vergleichen aber immerhin. Auch hier sind in den Cerealien und Müslis meistens viel Zucker.
Dann das nächste; verlassen  des Pakrpatzes. Also an den Automaten, da kam gleich ein sehr netter hilfsbereiter Fachmann. Da ich mir das neue Nummernschild noch nicht so gut merken kann, habe ich es mit dem Handy fotografiert, weil ich wusste das ich das an dem Automaten brauche. Also den Punkten auf dem Bildschirm folgen das war ganz einfach, und dann hatte ich mir an der Kasse beim Bezahlen keinen Bon geben lassen, den ich jetzt gebraucht hätte. Da hat mir der nette Mensch ausgeholfen mit einem Coupon aus seinem Fundus und dann konnte ich nach Hause fahren.

Montag Abend war ich auf dem Ladys Abend der Deutschen Community im Pub "New Inn",
New Inn
"New Inn" in Ham
das war sehr nett. Es waren einige da, die schon länger hier sind und andere wie ich ganz frisch. So konnten wir uns gut austauschen. Mit Simone habe ich mich gleich verabredet, für Dienstag früh zum Walken. Simone gibt es mehrere, aber die ist auch neu, und wohnt in Teddington also über die Fußgänger-Brücke am teddington Lock. Sie bringt ihre Kinder zur Deutschen Schule und in den Kindergarten, anschießend ist sie zu mir gekommen und wir sind von hier aus los gelaufen.

Mittwoch stand das erste mal Chor auf dem Programm von 7 bis 9 Uhr und dann mal wieder in den Pub. Die  Chorleiterin ist sehr nett und motivierend. Wir haben "It's raining men" und "Männer" gesungen. Der Chor besteht aus max. 20 Frauen in drei Stimmen. Die Proben finden in der Aula  der Deutschen Schule statt. Weil wir nur ca. 15 waren, habe ich mich zuerst etwas unsicher gefühlt, da die neben mir recht leise gesungen haben.
Heute Morgen war ich wieder mal eine neue Strecke ausprobieren beim Laufen, und bin wieder ganz wo anders angekommen als ich dachte. Dabei bin ich in die Brombeeren geraten und habe mir die Beine ganz schön aufgekratzt an den Stacheln.

07.09.2014

Mein Weg zur Arbeit und zurück

So, nachdem ich jetzt eine komplette Woche im Londoner Office gearbeitet habe und regelmäßig zur Arbeit mit Zug und U-Bahn fahre und auch schon ein paar Sachen ausprobiert habe kann ich das ja mal zusammenfassen.
Wir wohnen ja im Westen von London und das Büro liegt auf der Canary Wharf, also östlich. Der schnellste Weg ist bisher mit dem Fahrrad zum Bahnhof in Richmond.
 Dabei kann ich zwischen zwei Wegen wählen, entweder am Themseufer entland, was einerseits idyllisch ist,
aber auch etwas holprig und manchmal matschig, wenn die Themse Hochwasser und Flut hat. Und dann gibt es noch einen anstrengenden aber trockenen Weg über den Richmond Hill,
Blick vom Richmond Hill auf die Themse, wie schon Turner es gesehen hat
bei dem man dann aber mit diesem atemberaubenden Ausblick belohnt wird. Diese Ansicht hat schon mehrere Maler inspiriert.
Beim ersten Mal bin ich den Anstieg zum Richmond Hill nicht ohne Absteigen hoch gekommen. Inzwischen klappt es schon besser. Am Bahnhof in Richmond steige ich dann in den Zug zum Bahnhof Waterloo um, der gerade mal 20 Minuten in die Innesntadt braucht. Der Zug ist regelmäßig so voll, dass ich fast immer stehen muß und froh bin gleich mit dem Ersten, der kommt, mitfahren zu können.
Gar nicht mal so voll
Manchmal versuche ich zu lesen, aber meistens stehe ich so eingekeilt, dass ich noch nicht mal mein Handy aus der Jackentasche raus holen kann. In Waterloo steige ich dann in die Tube (Jubilee Line) um. Waterloo ist einer der größeren Knotenpunkte in London und so sieht es dann auch da zur Rush-Hour aus.
Bis zur Tube brauche ich durch die Katakomben unter Waterloo Station gut 5 Minuten und dann wieder anstehen und hoffen, dass der nächste Zug nicht zu voll ist.
Mit der Tube sind es knapp 15 Minuten nach Canary Wharf und dann den Rest zu Fuß zum Büro. Das dauert ca. 10 Minuten. Unterm Strich brauche ich etwa 1 Stunde 10 - 15 Minuten zur Arbeit von Tür zu Tür. Gar nicht mal schlecht für Londoner Verhältnisse.
Tube Station Canary Wharf
Was mit jetzt noch auffällt, ist einfach die schiere Masse von Personen, die hier unterwegs sind. Obwohl Rolltreppen oft doppelt und dreifach ausgelegt sind, die Tube zur Rush-Hour jede Minute verkehrt, die Vorortzüge im 10 Minuten Takt fahren, kommt es doch immer wieder zu Engpässen. Am dritten Tag musste ich zwei Züge fahren lassen, weil die Züge in Richmond schon so voll waren, dass da kein Blatt Papier mehr rein passte.
Rolltreppe Canary Wharf
Die Preise sind für Londoner Verhältnisse zivil, derzeit bezahle ich für Hin- und Rückfahrt 10,60 Pfund und seit Donnerstag habe ich mir eine sieben Tage Karte gekauft, die für die vier Zonen, die ich brauche, 45 Pfund kostet.
Der Rückweg ist meist etwas entspannter, geht es zuerst mal in Canary Wharf vorbei an den gut bevölkerten Pubs, vor denen die Angestellten ihr Feierabendbier schlürfen.
Die U-Bahn ist natürlich genauso voll wie auf der Hinfahrt
Mal wieder anstehen

und in Waterloo erscheint es mir abends voller als morgens. Bis ich erst mal die elektronische Anschlagtafeln verstanden habe, hat es auch etwas gedauert.
Aber dann habe ich eine besonders praktische Tafel entdeckt, auf der der jeweils schnellste Zug zu verschiedenen Vororten angegeben wird. In meinem Fall ist das Richmond und meist braucht auch der Zug zurück nach Richmond gerade mal 20 Minuten. Dann wieder zurück mit dem Fahrrad und so gegen sieben Uhr bin ich wieder zu hause.
Für die Londoner ist der Plausch über die täglichen Commuter-Probleme mindestens so wichtig wie der Smalltalk über das Wetter. Jetzt kann ich endlich mitreden.

05.09.2014

Mein "Alltag"

Heute Morgen um 7:45 Uhr ist Stefan aus dem Haus zuerst mit dem Fahrrad bis nach Richmond und dann weiter mit der Bahn.
Anschließend wollte Anton mit dem Fahrrad zu Schule, oh je das ist platt, also doch zu Fuß. Weil er es eilig hatte, ist er dann mit den Schuhen aus dem Garten durch unser Schlafzimmer, da dassdie Verbindung zwischen Flur und Garten ist. So sah der Teppich dann auch aus.

Danach war ich an der Thames bis nach Kingston laufen , eine sehr schöne ebene Strecke. Morgens als Start in den Tag hilft die Ruhe der Thames. Zuerst am Bäcker vorbei, aus der Siedlung heraus, entlang an der Schleuse, den Booten, die an beiden Seiten am Fluss liegen, den Häusern am gegenüberliegenden Ufer, die Frau die gerade ihr Frühstück vorbereitet im Wintergarten mit Blick auf den Fluss, vorbei an dem Mann der auf einer Bank vor seinem Boot sitzt und einen Kaffee trinkt, vielen die ihre Hunde ausführen..., den ersten Kastanien die am Boden liegen, allerdings noch hell und weich, dafür sind die Brombeeren lecker. Es war zwar grau aber es hat nicht geregnet und das ist super finde ich.


Zurück, dann mit dem Staubsauger durch das Schlafzimmer, unter die Dusche und dann ein leckeres Frühstück bevor ich mich auf den Weg zur Schule und nach Richmond mache.
Zum Frühstück gab es ein lecker Ayurvedisches und einen Kaffee.

Weil, es angefangen hat zu regnen fahre ich dann doch mit dem Auto los und nicht wie zuerst gedacht mit dem Fahrrad.
In der Schule war ich erstaunt über die Information, das wir ja schnell sind, wenn wir schon den Zugang und die Anmeldung für die Cafeteria durch haben. Da es heute mit dem Essen losgehen soll, dachte ich, dass wir schon zu spät sind. Doch es ist alles anders wie sich später herausstellt.
 Dann weiter in die Stadt zur Hausverwaltungsagentur eine Brief abgeben und sie fragen ob sie das Schild ("Vermietet - Let") aus dem Vorgarten noch haben wollen. Da es weiter regnet, ist das alles recht ungemütlich und ich erledige die Wege schnell.
Das Beschaffen von Folie zum Einschlagen der Schulbücher stellt sich als schwierig heraus, da es hier offensichtlich nur selbstklebende Folie gibt. Nach dem ich in drei Geschäften war, gebe ich auf. Mein Parkschein ist inzwischen abgelaufen und dann gehts wieder nach Hause.
Daran sieht man, dass aus eigentlich einfachen, leichten Aufgaben echte Herausforderung werden und wesentlich mehr Zeit brauchen als gedacht, so geht es mir noch mit vielen Dingen.

03.09.2014

Märkte in London

Schon bei unserem ersten Besuch in London kurz vor Ostern haben wir uns in die chaotischen Märkte hier in London verliebt. Damals hat es uns besonders die Brick Lane angetan. Aber es gibt auch noch andere schöne Märkte wie die schon erwähnte Columbia Road oder auch der Markt am Camden Lock.
An meinem letzten freien Freitag haben wir uns diesmal auf den Weg nach Brixton gemacht, diesmal nur zu zweit, da Anton ja schon zur Schule geht.
Der Markt in Brixton ist teilweise überdacht (Brixton Village) und teilweise offen. Ich frage mich gerade wie das wohl im Winter ist.
Ein Zugang zum Brixton Village
Da in Brixton viele Zuwanderer aus Afrika und der Karibik wohnen gibt es auch entsprechende Stände, viel Buntes, vollkommen neues Obst und Gemüse, an einem Fischstand habe ich sogar Doktorfische in der Auslage gesehen - bisher wusste ich noch nicht mal, dass die essbar sind. Aber vor allem die Farben sind es, die mich fasziniert haben.
Wir haben ein paar von den exotischen Essenssachen eingekauft, z.B. frische Datteln und uns dann ein Mittagessen im Village gegönnt
Sehr spannend und sehr anders.
Am Sonntag sind wir dann auf den kleinen Markt in Herne Hill gefahren, sehr viele Hipsters, und hauptsächlich Essen (mal wieder), exotisches Brot wie z.B. deutsches Graubrot (Sourdough = Sauerteig), französischer Käse und spanischer Chorizo. Und alles sehr teuer. Da uns das zuwenig war, sind wir mit dem Zug gleich weiter zur Brick Lane gefahren, weil da ist immer was los.

Es war voll wie immer und richtig gekauft haben wir außer einem algerischen Mittagessen und Frühlingsrollen auch nichts. Aber lustig war es alle mal.
Das Hippste auf der Brick Lane; anstehen für Beigel mit Rindfleisch. Die Schlange geht noch weit in den Laden hinein

01.09.2014

Mein neuer Schreibtisch

Tagelang bin ich herumgeeiert auf der Suche nach einer Lösung für den richtigen Schreibtisch. Zur Auswahl standen eine Holzplatte auf die beiden Container rechts und links und fertig oder eine Glasplatte die den Raum nicht so sehr verkleinert, aber hart und kalt ist.
Zwischenzeitlich waren wir bei zwei Glasern und haben uns nach dem Preis für eine neue Glasplatte erkundigt. Das Preiswerteste war 130£ und das war mir für zwei Jahre doch zuviel.  
Dann habe ich angefangen nach gebrauchten Platten oder Schreibtischen mit Glasplatte zu schauen. Die ersten Suchen waren nicht so erfolgreich bis Stefan den Suchradius bei Gumtree, so etwas wie Ebay-Kleinanzeigen, auf 10 Meilen Umkreis vergrößert hat und da gab es dann endlich einen der mir gut gefallen hat.
Das Abholen ist eine Geschichte für sich, zuerst waren wir mit dem Reliant unterwegs, und da war die Platte nicht rein zu bekommen. Also zurück etwas gegessen und noch einmal los, diemal mit dem Saab. Beim zweiten Mal war der Verkehr auch nicht ganz so dicke, so dass wir für Hinweg, Demontage, einladen und Rückweg gerade mal 1,5 Stunden gebraucht haben. Im das Cabriolet passte die Platte ohne Probleme rein, allerdings nur bei offenem Dach. :-) Die Platte und auch die Beine haben Gebrauchsspuren, aber das geht, die habe ich nach Außen gedreht damit sie nicht so sichtbar sind und er passt jetzt genau neben das Regal vor das Fenster und sieht noch gut aus!